Viele Menschen könnten bis zu ihrem Tod in
vertrauter Umgebung leben. Allerdings brauchen sie eine gute Begleitung,
die nicht immer durch Familienangehörige gewährleistet ist.
Ehrenamtliche Hospiz-Mitarbeiter stehen Sterbenden, Angehörigen und
Trauernden zur Seite.
Urbach -
Eine ebenso sensible wie professionelle Begleitung von Sterbenden bietet
unter anderem der Förderverein Hospiz Köln-Porz an. Seine rund 33
geschulten und gut auf die anspruchsvolle Hilfestellung vorbereiteten
Ehrenamtler können bei Bedarf helfen, Sterbenden den Übergang zu
erleichtern und
Familienangehörigen
und Freunden bei der Trauerbewältigung zur Seite zu stehen. Darüber
hinaus bietet das Hospiz in seinem Haus am Leuschhof auch etliche Plätze
für eine stationäre Sterbebegleitung an.
Die Koordination zwischen Förderverein und Hospiz, zwischen ambulanter
und stationärer Sterbebegleitung, war bis jetzt die Aufgabe von Katrin
Völlings. Sie schied aber aus eigenem Wunsch Ende des vergangenen Jahres
nach 17 Jahren aus dem Hospiz aus. Ihre Nachfolgerin ist Annette
Wagner, die viel Erfahrung in der Hospizarbeit mitbringt. Sie hat
zuletzt mehr als zehn Jahre als Hospizschwester im stationären Haus
"Zuversicht" in Bielefeld-Bethel gearbeitet und dort das Palliativnetz
Bielefeld mit aufgebaut. Ihre Erfahrungen kann sie nun gut in Porz
einbringen, denn im Rechtsrheinischen
wird gemeinsam mit der Klinik Merheim und der Caritas-Sozialstation in
Urbach auch gerade ein Palliativnetz aufgebaut. "Das Netz koordiniert
die verschiedenen Aufgaben der Palliativ-Versorgung und hilft Ärzten,
Apothekern, Sterbebegleitern und Angehörigen", erklärt Wagner.
Hilfe auch für Hinterbliebene
Doch der Förderverein steht nicht nur den Sterbenden zur Seite, sondern
auch den Hinterbliebenen. Dazu macht er eine ganze Reihe von Angeboten,
von der Einzelbegleitung über Gesprächskreise, Spaziergänge und
Ausflüge, Frühstück für Trauernde und Trauerseminare. "Es ist
außerordentlich hilfreich, wenn Hinterbliebene erfahren, dass sie nicht
die einzigen sind, die den Verlust eines geliebten Menschen nur schlecht
verkraften", sagt Anne Streck, eine der Ehrenamtlerinnen
des Fördervereins. Weil das Trauer-Angebot von vielen Menschen
angenommen wird, wurde zusätzlich zu den Gesprächskreisen für Trauernde
am Nachmittag ein weiterer am Abend eingeführt. Jeden ersten Dienstag im
Monat von 19 bis 20.30 Uhr lässt sich hier die Erfahrung machen, dass
Trauernde nicht alleine sind.
Schon der Heilige Augustin wusste, dass sich beim Spazierengehen
Probleme lösen (solvitur ambulando - beim Gehen wird es gelöst). Das hat
der Förderverein aufgegriffen und bietet jeweils am letzten Sonntag im
Monat begleitete Spaziergänge und Ausflüge für Trauernde an. In diesem
Jahr ist das Hilfsangebot des Fördervereins auch noch um ein kostenloses
Frühstück im Gemeindesaal
der katholischen Kirchengemeinde St. Mariae Geburt in Zündorf erweitert
worden. Der Tisch ist dort für Trauernde jeden dritten Samstag im Monat
von 10 bis 11.30 Uhr gedeckt.
Informationen und Angebote
Fragen über die Begleitung durch den ambulanten Hospizdienst, die
Aufnahme im stationären Caritas-Hospiz, die palliative Versorgung und
die ehrenamtliche Mitarbeit sowie über Spenden und die Mitgliedschaft im
Förderverein werden jeden dritten Mittwoch im Monat in der Zeit von 15
bis 16.30 beantwortet. Dafür stehen leitende Mitarbeiter sowohl des
Hospizes als auch des Fördervereins zur Verfügung.
Der nächste begleitete Trauerspaziergang startet am 29. Januar um 9.30
Uhr an der Haltestelle Porz-Markt der Linie 54. Die Teilnahme ist
kostenlos, Fahrtkosten und Verzehr sind selbst zu tragen.
Es tut sich etwas am Friedrich-Ebert-Platz.
Auch wenn es bloß Kosmetik ist, wie Bezirksbürgermeister Willi Stadoll
zugab. Denn bis Porz-Mitte einen echten Ortsmittelpunkt bekommt, wird es
noch dauern.
Porz -
Den unschönen Bauzaun, der vor Jahren nach dem Brand und Abbruch des
Spielwarengeschäftes Feldhaus als Sichtblende errichtet worden war,
verzieren jetzt ein Panoramabild des Porzer Rheinufers und Zeichnungen,
die Porzer Schüler für die 60-Jahrfeier der Stadtwerdung in diesem Jahr
gemalt hatten. "Es ist zumindest ein sichtbares Zeichen, mit dem wir
zeigen wollen, dass wir da, wo wir gestalten können, es auch machen",
sagte Stadoll.
Dem zaghaften Aufhübschen des tristen Friedrich-Ebert-Platzes
müsste allerdings endlich eine echte Verschönerung folgen, wünscht sich
Stadoll. Doch das Problem dabei sei nach wie vor das "Hertie-Gebäude".
Von dessen Veräußerung hänge ab, was mit dem Platz geschehen wird. Denn
der mögliche Käufer erwirke nach dem Willen der Bezirksvertretung auch
das Recht, die Fläche davor zu bebauen. "Es ist die Mehrheitsmeinung in
der Bezirksvertretung, dass eine teilweise Bebauung gewünscht wird",
erklärt Stadoll. Wie das aussehen soll, wollen die Bezirksvertreter so
offen wie möglich halten, um den zukünftigen Investor in seinem
Gestaltungsmöglichkeiten nicht zu sehr einzuschränken. "Der
Platzcharakter muss erhalten bleiben. Aber eine dreigeschossige
Rundumbebauung ist für die SPD vorstellbar", sagt Stadoll.
Schandfleck Bauzaun mit Transparenten kaschiert
Die Zukunft des Hertie-Gebäudes
soll im Januar erneut verhandelt werden. "Es kommt erschwerend hinzu,
dass auf allen 64 ehemaligen Hertie-Kaufhäusern eine gemeinsame riesige
Hypothek liegt", hat Stadoll erfahren. "Zu welchen Bedingungen ein
einzelnes Gebäude aus der Masse herausgelöst werden kann, darüber muss
auch mit den Gläubigern der Hypothek verhandelt werden." Stadoll ist
zuversichtlich, dass das im Januar geklärt werden kann. "In Wesseling
hat es ja geklappt."
Den "Schandfleck" Bauzaun mit Transparenten zu kaschieren, war eine Idee
des Runden Tisches mit dem Bürgeramt, der Bezirksvertretung, dem Amt
für Stadtentwicklung und der Innenstadtgemeinschaft (ISG). "Wir haben
uns für 14 Banner entschieden, zehn mit einer Panoramaansicht des Porzer
Rheinufers und vier mit Kinderbildern", sagt Norbert Becker, Leiter des
Porzer Bürgeramtes. Auch für ihn ist es nur eine Notlösung. Eine
grundsätzliche Lösung für das Problem Friedrich-Ebert-Platz
stehe natürlich noch aus. "Die Verwaltung ist der Auffassung, dass der
Platz durch eine Bebauung geschlossen werden sollte." In welcher Tiefe
sei allerdings völlig offen. Das sei Sache der Stadtplaner und
Architekten. Er könne sich gut einen Ideenwettbewerb für Studenten der
Fachhochschule als Grundlage vorstellen, sagt Becker. Auch er legt Wert
darauf, dass am Ende genügend Platzfläche erhalten bleibt: "Denn
Porz-Mitte braucht einen zentralen Ort für Veranstaltungen." Auch der
Markt soll wieder zurück an den Friedrich-Ebert-Platz. "Das geht aber
auch erst, wenn das Hertie-Gebäude wieder genutzt wird. Die Marktbeschicker sind ja von hier weg gegangen, weil der Platz eine tote Ecke geworden war."
Zuerst waren Werbebanner geplant
"Wir hatten für die Bauzäune zuerst an Werbebanner gedacht", sagte
Patrick Wiesner von der ISG. "Damit hätten wir sogar etwas Geld
verdienen können." Aber die Kölner Außenwerbung, die das Monopol auf
Werbeflächen im öffentlichen Raum besitzt, habe Gebühren verlangt, die
der ISG zu hoch waren. Der Runde Tisch habe sich daraufhin für die
Kinderbilder und das Bild des Rheinpanoramas eines Porzer Fotografen
entschieden.
Die Vorlagen wurden auf ein winddurchlässiges Material gedruckt und an
den Bauzäunen befestigt. Die Kosten von etwas mehr als 2000 Euro seien
zum großen Teil aus bezirksorientierten Mitteln bezahlt worden. "Die ISG
hat sich natürlich auch an den Kosten beteiligt", sagte Becker.
Aktion ist nur ein Provisorium
"Ich denke, das Geld ist gut investiert, um die Abwärtsspirale der Porzer Innenstadt
wenigstens ein bisschen zu bremsen", sagte Wilhelm Belke vom Amt für
Stadtentwicklung. "Wir haben auch die Jugendwerkstatt Porz aus
Finkenberg gewinnen können. Die Jugendlichen haben die Umrandung der
Baumbeete auf dem Platz gestrichen."
Es sei ihm klar, dass diese Aktion nur ein Provisorium ist. Das
Hertie-Gebäude
sei der entscheidende Faktor für die Aufwertung der Porzer Innenstadt.
"Je länger es dauert, bis es wieder genutzt wird, desto schlechter wird
sein Zustand." Am Ende müsse das Gebäude sogar kernsaniert werden. "Es
wird in jedem Fall von Monat zu Monat immer teurer."